Studienfahrt des VFS Hannover nach Karlsruhe und Straßburg (2026)
Ein Bericht von Stefan Langer.
Vier Tage, vier bedeutsame Institutionen des Deutschen und Europäischen Rechts, 18 wissbegierige Studierende und zwei wunderschöne Städte, hieß das Programm, welches die Reisegruppe des VFS Hannover auf der Studienfahrt 2026 erwartete.
Der erste Treffpunkt und der Start des Abenteuers war Dienstag – viel zu früh für eine Gruppe Studenten – morgens unterm Schwanz am Hauptbahnhof Hannover. Fast schon überraschend unkompliziert verlief die anschließende ICE-Fahrt nach Karlsruhe, wo die Gruppe von blauem Himmel und strahlender Sonne in der deutschen Hauptstadt des Rechts empfangen wurde. Für den anschließenden Weg mit der Tram ins Hotel war das Wetter dann fast schon zu gut, die Gastgeschenke aus Schokolade haben wohl ein wenig gelitten. Im Hotel angekommen war das allerdings schnell vergessen, eine Rezeption mit Hintergrund aus Grundgesetzseiten, eine Bar verziert mit Gesetzesabkürzungen und der Ausblick aus dem Hotelzimmer auf den BGH lässt das Herz eines jeden Jura- Studenten höherschlagen.
Der bereits erblickte BGH musste allerdings noch einen Tag auf sich warten lassen, nach einer kurzen Stärkung stand nachmittags für die Studierenden ein Besuch im Bundesverfassungsgericht an. Dort wurden wir vom wissenschaftlichen Mitarbeiter und ehemaligen Richter am Finanzgericht Düsseldorf Dr. Sven Härtwig empfangen, der uns präzise Einblicke in die Arbeit im und am BVerfG gab und unsere zahlreichen Fragen mit einer schönen Mischung aus Humor und Professionalität beantwortete.
Anschließend ließen wir den Abend noch mit kühlen Getränken und interessanten Gesprächen im Badisch Brauhaus ausklingen.
Erneut viel zu früh klingelte am nächsten Morgen der Wecker und nach einem schnellen Frühstück ging es dann auf zum Bundesgerichtshof, wo sich uns zunächst strenge Sicherheitsmaßnahmen an der Empfangspforte in den Weg stellten. Besonders Lennart wurde mit einer großen Verantwortung betraut: Er wurde als Wächter für den einzigen Schlüssel der Wertsachentruhe erkoren, da Besucher keinerlei technische Geräte mit auf das Gelände bringen dürfen. Nachdem wir alle durchgecheckt waren, trafen wir dann den wissenschaftlichen Mitarbeiter am BGH und Richter in Strafsachen am Amtsgericht Osnabrück Peter Beckmann, der uns vieles zum Gelände, der Geschichte und der Arbeitsweise des BGH erklärte. Besonders eindrucksvoll für die Studenten war die riesige und zudem klimatisierte juristische Bibliothek des BGH, in welcher ein paar von uns ganz unverhofft sogar mit dem ein oder anderen rechtlichen Kommentar beschenkt wurden.
Nach der Führung teilte die Gruppe sich erst einmal auf, manche mussten noch ein wenig Schlaf nachholen, andere nutzen die Zeit, um die Stadt zu erkunden und sich bei einem kühlen Getränk ein wenig zu entspannen. Abends traf sich die komplette Gruppe dann in der Badischen Weinstube im Botanischen Garten Karlsruhe, wo wiederrum die badische Kulinarik erkundet wurde. Da diese allerdings schon viel zu bald ihre Pforten schloss, wanderte die Gruppe weiter in eine nahe gelegene Karaoke Bar, wo wir gemeinsam mit zwei begnadeten Karaoke Sängern unsere mehr oder weniger vorhandene Begabung für das Singen erprobten.
Auch am darauffolgenden Morgen hieß es, wieder viel zu früh raus aus den Federn, dann ein ganz schnelles Frühstück und weiter ging die Reise ins französische Nachbarland, nach Straßburg. Dort angekommen war dieses Mal keine Zeit Schlaf nachzuholen für den ein oder anderen müden Studenten, denn es ging mit einer Besichtigung des Europarates direkt spannend weiter für uns. Dort durften wir einen kurzen Blick in eine gerade stattfindende Sitzung im Hauptplenarsaal werfen, und anschließend wurden unsere Fragen von einem Mitarbeiter in einem kleineren, in gewöhnungsbedürftigem Orange eingerichteten Konferenzraum beantwortet.
Abends waren wir dann wieder kulinarisch unterwegs, es gab ja auch eine neue Stadt und damit eine neue Kultur zu entdecken. Dafür schauten wir uns auf einer Bootsfahrt auf den vielen durch die Stadt führenden Kanälen die wunderschönen Fachwerkhäuser an. Ganz wichtig war außerdem das Genießen eines Elsässischen Flammkuchens und die anschließende Einkehr in einen Weingarten.
Die Nacht fand ein viel zu schnelles Ende und der nächste, letzte und gefühlt mit Abstand frühste Morgen erwartete uns. Ein ganz schnelles Frühstück stand an und danach ab ins Europaparlament. Dort wurde uns das beeindruckende Gebäude zumindest zu Teilen gezeigt und in einer anschaulichen Präsentation dargelegt, wie das Europaparlament operiert. Zum Schluss bekamen wir noch die Möglichkeit vom 13. Stock des Glaspalastes aus, die Aussicht über das schöne Straßburg zu genießen.
Bevor es dann zurück nach Hannover ging, war auch noch die Zeit ein französisches Croissant zu probieren, die Kathedrale zu besichtigen oder anderweitig Abschied von der Stadt zu nehmen.
Schlussendlich waren dann leider die spannenden, lehrreichen und in einer großartigen Gruppengemeinschaft verbrachten vier Tage zu Ende, und mir bleibt nichts anderes übrig als ein herzliches Dankeschön an die Organisation der Fahrt, in Person von Emily, Marie, Laura, Jacques und Lennart, sowie die vielen Personen die uns vor Ort mit Wissen oder gutem Essen versorgt haben, auszusprechen.








